Samstag, 24. Februar 2007
Von gehetzten Hyaenen und verpassten Flaggen
Donnerstag, 22. Februar 2007
Von feindlichen Uebernahmen und billigem Kaese
Kirche in Kamakura
Was den Kaese anbelangt: trotz Kaiseis Geringschaetzung wegen der wenig gesunden Ernaehrung, hab ich heute einmal mehr McDonalds aufgesucht (fuer die Japanlogen: Hamburger zaehlt man mit -ko ;). Eigentlich voellig ueberteuert, der BigMac kostet umgerechnet rund 4 Euro, gibt es die bei uns bekannte 1 Euro-Aktion auch hier. Allerdings schon fuer 100 Yen. Bei einem aktuellem Kurs von bis zu 1:150 kein uebles Angebot, wie ich fand und zuschlug. Ich meine, dass sowohl BigMac als auch der Cheeseburger ("Chisu baagaa") geringfuegig anders schmecken, aber trotzdem typisch nach McDonalds. Was es hier uebrigens wie Sand am Meer gibt- ich dachte damals, in Paris gaebe es viele, aber ich wage zu behaupten, dass die Zahl im Grossraum Tokio dreistellig wird. Mahlz... ach ja, Kaisei kann McDonalds nicht ausstehen... shouganai, ne? Mahlzeit. :)
Mittwoch, 21. Februar 2007
Von Tieren und Technik - Teil 2
Dienstag, 20. Februar 2007
Von Tieren und Technik - Teil 1
Die biologische Abteilung protzte mit etlichen Tiermodellen und Skelleten (u.a.hing ein Walskellet von der Decke), die Physikalische mit allerhand Spielereien (Flaschenzug zum Selberhochziehen, Optische Taeuschungen) und die Abteilung Ingenieurskunst und Technik mit einem Abriss wichtiger japanischer Errungenschaften der letzten 150 Jahre mit vielen originalgetreu nachgebauten Modellen.
Morgen mehr.
Montag, 19. Februar 2007
Von gruenen Ecken und bunten Strassen
Shibuya. Mittag.
Shibuya, das ist eine der Gegenden, die das Bild des modernen Japans im Ausland praegen. Neonwerbung, buntes Glitzern der teuren Einkaufswelt, schicke Cafes, Spass. Ich war heute unterwegs in der Innenstadt Shibuyas, einem Viertel Tokios, und hab mir selbst ein Bild gemacht. Kaisei war beschaeftigt und so war heute meine erste Solotour angesagt. Mit der Bahn hatte alles gut geklappt (ich hab eine Woche gebraucht, aber mitlerweile wuerde ich sagen, dass ich fast ueberall hinkomme, wo ich mag) und so stand ich kurz darauf oberhalb des Bahnhofs an der Statue Hachiko. Hachiko, beruehmter Japanischer Kaiser? Gruender Shibuyas? Hundertwasser Japans? Alles falsch. Hachiko war ein Hund. Ich darf meinen Reisefuehrer zitieren:
Das Tier gehoerte dem Professor Eisaburo Ueno und begleitete seinen Herren allmorgendlich zum Bahnhof Shibuya in Tokio; von dort fuhr der Professor zu seinen Vorlesungen. Jeden Abend holte Hachiko seinen Herrn wieder am Bahnhof ab. Als nun Professor Ueno 1925 starb, lief Hachiko weiterhin jeden Morgen zum Bahnhof und wartete dort bis zum Abend, Tag fuer Tag, elf Jahre lang, bis er selbst an Altersschwaeche starb. Der treue Hund wurde im Grab seines Herrn beigesetzt, und die Behoerden errichteten ihm ein Denkmal auf dem Bahnhofsvorplatz in Shibuya. (Gerhard Dambmann, 2002, Gebrauchsanweisung fuer Japan, Muenchen: Piper)
Schoene Geschichte, oder? Von dort aus ging es in mehrere Richtungen hinein in das geschaeftige Treiben. Von Musiklaeden ueber Edelrestaurants bis hin zu Modeboutiquen findet sich alles, was der ueberwiegend juengeren Bevoelkerung hier Geld entlocken kann. Ich war unter anderem in einer Spielhalle voller Automaten. Nein, ich habe nichts gespielt. Ja, es hat nicht viel gefehlt. ;) Dem geschaeftigen Treiben auf den Strassen zuzusehen hat Spass gemacht und wer Geld hat, wird es hier, gleich der Summe, los.
Irgendwann ist es mir dann ein wenig zu eng geworden (eigentlich mag ich solche dichten Menschenmenge gar nicht; ich finde aber, bis jetzt halte ich mich gut. Meine deutschen Flueche versteht ja auch niemand... ) und so hab ich dem Yoyogi-Park noerdlich der Einkaufsmeile einen Besuch abgestattet. Meine erste Natur seit 9 Tagen! In den grossen Park ist ein Vogelschutzgebiet intregriert, aber nicht allein deshalb ist es dort alles andere als ruhig. In der Nahe der Strasse roehren Autos und Bauarbeiter, im Park kommt aus allen Ecken Musik. Unter erholsamen Spaziergang verstehe ich etwas anderes, weshalb ich mich zu Anfang auch eher geaergert habe. Nachdem ich aber eine freie Bank zum Sitzen gefunden hatte und mein frisch gekauftes, na ja, nennen wir es mal Milchbroetchen verspeiste, besserte sich meine Laune. Trotz aller Geschaeftigkeit der Besucher hatte der Park etwas. Man konnte ueberall Raben beobachten, welche aus dem nahegelegenen Schutzgebiet, aus dem es aus allen Ecken her kraechzte, heruebergeflogen waren. Von einer Kommilitonin hatte ich erfahren, dass diese Raben keine Scheu vor Essensdiebstahl haben, also ass ich mit entsprechendem Misstrauen. Danach nahm ich den restlichen Park unter die Lupe. Und was ich fand, wurde mit jeder Entdeckung unterhaltsamer. Da war der Geigenspieler, der einsam auf einem umgestuerzten Baumstamm sass. Ich hab vom Geigen keine Ahnung, aber ich wuerde trotzdem sagen, dass er ziemlich gut war. Da waren die drei Bongotrommler, die den halben Park beschalten und mit nicht nachlassendem Elan ihre Instrumente bearbeiteten. Hat mir sehr gut gefallen, fuer sowas bin ich zu haben. Da waren Zwei in einer Art traditionellen Gewaendern gekleideten, ebenfalls mit Trommeln unterwegs und dazu noch eine Art Tanz auffuehrend. Da waren die 4 in weissen Kampfsportanzuegen steckenden Gestalten, die dort ihre Uebungen machten. Kurz zuvor hatte ich bereits einen dieser Vertreter in "Zivil" beobachten koennen, hoch konzentriert bei irgendeiner Art von Schlagkobination.
Im Park befindet sich ausserdem noch der Meiji-Schrein, den ich kurz vor dessen abendlicher Schliessung noch schnell mitgenommen habe. Ueber ihn kann ich nicht so viel erzaehlen, ausser dass es einmal ein besuchendwerter kultureller Ort in Tokio ist.
Gestern meinte Kaisei zu mir, dass ich doch dem Professor, bei dem wir am Samstag den Lesezirkel besucht hatten, doch aus eine Nachricht schreiben sollte, in der ich mich fuer die Moeglichkeit der Teilnahme bedanken und meine Wertschaetzung dieses Erlebnisses ausdruecken solle. Hm, wie formuliert man ein Dankschreiben an einen japanischen Professor? Nachdem ich eine Weile selbst daran gewerkelt hatte, liess ich Kaisei noch ein paar Feinheiten korrigieren (letztendlich waren es nur einige wenige Saetze, aber die wollen eben auch erstmal in angemessender Form formuliert werden) und heute morgen kam dann auch schon Antwort. In astreinem Deutsch. Lustige Sache das.
Morgen ist ein Besuch im Zoo von Ueno geplant. Ausserdem habe ich mich noch zum Nationalmuseum breitschlagen lassen. Letzte Chance dieser Einrichtungen, habe ich doch bis jetzt nicht die besten Erfahrungen damit gemacht.